Zusammenziehen #2

von Daniel Vo

366.15.2. When socks go bad!

Socken im Pärchenalltag.

Gertrud ist eine großartige Preisträgerin aus dem Hause Bosch. Sie ist in ihrer “Gewichtsklasse” als Siegerin durch die Stiftung Warentest ausgezeichnet worden. Vor allem ist Gertrud unsere erste gemeinsame Anschaffung, die preislich deutlich über den Warenwert einer Packung Kaugummis liegt. Und weil sie ihre Sache, nämlich das Wäschewaschen, zu unserer vollen Zufriedenheit ausübt, haben wir unserem kräftigen deutschen Mannsweib einen Namen gegeben: Gertrud, welche tagtäglich liebevoll ihre Aufgaben erledigt ohne zu meckern.

Dass Gertrud überhaupt in die Wohnung gekommen ist, ist zugegebener Maßen meine Schuld. Ich habe einfach so lange genörgelt und über Weihnachten demonstrativ mit diversen Versandhauskatalogen umhergeschwengelt, dass Alex irgendwann total entnervt aufgegeben hat. Dafür sorge alleine ich für das ganze Prozedere der Wascherei. Alex drückt höchstens mal auf den Startknopf, der in Wirklichkeit gar keiner ist, sondern ein hyperhochtechnologisierter Berührungssensor.

In vielen Filmen und diversen Frauenmagazinen werden herumliegende Drecksocken oft als Beziehungskiller stilisiert und bis vor kurzem hielt ich das für ein Klischee. Doch obwohl wir einen riesigen Wäschekorb haben, der sogar aus 10 Metern Entfernung gut im Halbschlaf zu treffen ist, liegen trotzdem ständig Wäscheteile herum.

Die meiste Zeit rege ich mich darüber auf, weil ich ziemlich pedantisch bin und einen neurotisch anmutenden Ordnungssinn habe. Aber in Wirklichkeit ist das ja ganz süß, denn allmählich schleicht sich zwischen uns eine richtige Pärchenroutine ein.

Laut aussprechen sollte ich das aber besser nicht, sonst wird unser schwuler Staubsauger Hans-Jürgen aus Bayern in Zukunft Probleme haben, durch den neuen Bodenbelag aus Altkleidung zu kommen.

Foto: flickr.com