Vom Wunsch…
Da ich erst 25 Jahre alt bin, darf ich wohl zurecht behaupten, dass ich mit Digitalkameras groß geworden bin. Die analogen Vorgänger der heutigen Digitalknippsen sind mit durchaus bekannt, denn meine Eltern besaßen lange Jahre eine schicke Nikon. Irgendwann Anfang des Milleniums kauften sie sich jedoch eine kompakte IXUS (Canon). Mein Vater meinte damals so in etwa:
“Naja, warum nicht? Es wird wohl Zeit.”
Das war auch die Zeit, in der wir zu Hause unseren ersten Highspeed-Internetanschluss bekamen. Mit DSL konnte ich Fotos viel schneller hochladen und es war damit so viel schöner, online zu sein. Also machte ich erstmal schicke Fotos für alle möglichen Online-Communities.
Rasch merkte ich, dass meine Visage nicht das aufregendste Motiv der Welt darstellen würde. Die nächsten Motive waren Landschaften und Speisen, jedoch war die technische Grenze der IXUS schnell erreicht. Bis auf Zoom und ISO-Wert lässt sich an ihr ja quasi nichts einstellen. Wozu denn auch, ich habe da meine Zweifel, ob meine Mutter – maximal Ottonormalschnappschusschießerin – auch nur im Ansatz erahnt, was “Blende” oder “Verschlusszeit” überhaupt bedeuten soll.
…zur ersten DSLR-Kamera
Letztes Jahr kam ich an einem langweiligen Nachmittag auf die Idee, ich könne doch das Fotografieren zum Hobby zu machen. Zwischenzeitlich kaufte ich mir vor Jahren selbst eine IXUS, aber dass ich mit dieser nicht weit käme, war mir gleich klar. Ich ließ mich also im Laden beraten und erklärte gleich zu Anfang mein bescheidenes Budget:
“Maximal 500 Euro bitte. Hören Sie, wir wollen ja nicht Perlen vor die Säue werfen!”
“Ach, da habe ich doch was für Sie. Ist im Angebot! Mit Kit-Objektiv und…”
Ich hatte keinen Plan, was mein Gegenüber mir erzählte. Jedenfalls nahm ich sie mit nach Hause. Meine Alpha 290 (Sony) stellt anscheinend das Einsteigermodell im Consumer-Segment des Unternehmens dar. Schnickschnack bietet sie nicht, dafür leitet sie den Frischamateur galant durchs Menü – salopp könnte man sagen:
“Das Teil ist ziemlich idiotensicher.”
Das bringt natürlich nicht viel, wenn ich nicht auf die Suche nach Motiven gehe. Jetzt zum Frühlingsanfang ändert sich das vielleicht. Da nehme ich sie ja schon mal mit und hoffe auf den richtigen Moment. Ich übe mich zurzeit am richtigen Fokussieren und dem Weißabgleich. Irgendwie bekomme ich das nicht so hin.